Viel besser als Weihnachten

Der errechnete Geburtstermin war der 9. Dezember 2013, ein Montag. Also beschlossen wir die Tage und vor allem die Wochenenden davor gemütlich zu Hause zu verbringen, es könnte ja schließlich jederzeit losgehen. Die Tage vergingen und dann war schon das Wochenende vor dem Termin gekommen und so lag ich da und dachte mir „Wow, das ist also unser letztes Wochenende zu zweit“.

Aber irgendwie konnte ich mir nicht ganz vorstellen, dass wir in einigen Tagen zu dritt sein würden. Weniger aus dem Grund, weil es mir so unglaublich erschien, sondern eher mehr, da ich keinerlei Wehen verspürte oder sonstige Anzeichen auf eine baldige Geburt hatte – bis auf den kugelrunden Bauch.

Also googlte ich. Googlen ist übrigens ganz schlimm, da stoßt man immer auf Sachen, von denen man lieber nichts wüsste. Viele schreiben von wehenfördernden Mittel wie Zimt, einer heißen Badewanne, Rotwein oder Sex. Letzteres erschien mir etwas abartig, da ich mich fühlte wie ein gestrandeter Wal. Zimt dürfte bei mir auch nicht wirken, da ich mein Lieblingsgewürz die gesamte Schwangerschaft über genoss. Eine heiße Badewanne brachte auch nichts. Also gönnte ich mir ein Gläschen Rotwein am Freitagabend und siehe da … es brachte auch nichts.

Sonntag Nacht war jedoch anders. Ich kann nicht sagen, dass es richtig schlimme Schmerzen waren, aber ich hatte in unregelmäßigen Abständen ein sehr unangenehmes Ziehen. Wehen stellte ich mir jedoch schmerzhafter vor, also hielt ich die Nacht durch, auch wenn ein lautes Jammern hier und da nicht zu unterdrücken war. Obwohl es morgens dann weg und ich mir nicht ganz sicher war, ob es nicht vielleicht auch Einbildung war, fuhren wir ins Krankenhaus. Wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt, schickten mich die Hebammen jedoch wieder nach Hause, da das CTG keinerlei Auffälligkeiten anzeigte. Und so ging der 9. Dezember vorüber und wir waren immer noch zu zweit.

Die darauf folgende Nacht war noch schlimmer als die davor. Das Ziehen kam in schnelleren Abständen und war immer für ungefähr eine Minute lang sehr schmerzhaft. Ich konnte nicht ruhig liegen, ging in der Wohnung herum, nahm eine warme Dusche und schlief zum Morgen hin erschöpft ein. Gleich in der Früh rief ich meinen Frauenarzt an, der mich bat ins Krankenhaus zu fahren. Das CTG zeigte aber wieder „normale“ Werte an. Auf den Wunsch meines Arztes sollte ich aber den Tag einmal im Krankenhaus verbringen, würde eine schmerzlindernde Infusion bekommen um mich auszuruhen und am Abend könnte ich dann wieder nach Hause gehen.

Also wurde ich auf mein Zimmer gebracht, bekam die Infusion und wartete bis dieses unangenehme Ziehen weniger schmerzhaft wurde. Mir ging es schlecht, dennoch stellte ich mir Geburtswehen nach wie vor schlimmer vor. Ich lag also im Zimmer und jammerte. Dann kam die Jause, es gab Kirschkuchen und Tee. Und eigentlich wollte ich nur schlafen, zwang mich jedoch trotzdem ein paar Bissen zu machen und plötzlich … platzte meine Fruchtblase. Das erste was ich tat, war: ich schrieb meinem Mr. eine SMS, rief meine Mutter an und dann erst piepste ich die Hebamme an, die schnell mit einem Lächeln angerannt kam und meinte „Oh, wie schön, dann kriegen Sie ja heute noch Ihr Baby!“.

Dann ging alles irgendwie sehr schnell, zumindest der Weg in den Kreissaal. Ich war übrigens bis zum Ende hin unentschlossen, ob ich eine PDA will. Früher schafften es die Frauen schließlich auch ein Kind auf die Welt zu bringen und brauchten keine Hilfsmittel in Form von Spritzen dafür. Was, wenn die betäubende Wirkung versehentlich in den Oberkörper wandern würde; was, wenn ich die Spritze nicht vertrage; und was, wenn ich so betäubt bin, dass mir das Pressen schwer fällt? Im Nachhinein muss ich sagen, Gott segne die PDA. Mein Arzt und die Hebamme im Kreissaal redeten mir gut zu und so entschied ich mich dafür. Hauptsache die Schmerzen hörten auf und das taten sie.

Als die Wirkung einsetzte war ich total relaxed und schrieb meinem Mr., der bereits aus der Arbeit in das Krankenhaus geeilt war, dass ich mich doch für die PDA entschlossen hatte, sie so schön war und es mir gut geht. In der Zwischenzeit kamen meine Mama, meine Schwester, ihr Freund und mein bester Freund zu meiner mentalen Unterstützung ins Krankenhaus. Und man kann es sich schwer vorstellen, aber sie alle saßen bei mir im Kreissaal, während ich im Bett lag, am CTG-Gerät hing und meine Wehentätigkeit verfolgt wurde. Wir machten Witze, lachten und irgendwie konnte ich mir (mal wieder) kaum vorstellen, dass es bald soweit war.

Die Schmerzen meldeten sich zwischendurch wieder zurück und mir wurde einige Male nachgespritzt. Es heißt ja, der Muttermund öffnet sich 1 cm pro Stunde. Als ich in den Kreissaal kam, war es 16 Uhr und ich war ich bei 3 cm, 45 Minuten später bei 7 cm (die Hebamme war begeistert)! Ich kann nicht sagen, ob es an den diversen Geburtsvorbeitungs-Tees lag, aber ich denke, dass diese viel dazu beigetragen haben.

Am 10. Dezember 2013 um 23.52 Uhr erblickte unser kleiner Sonnenschein mit 3,555 kg und 50 cm das Licht der Welt. Und um 23.52 Uhr begann unser neues Leben, das Leben zu dritt, das Beste.

itsaboy

Ganz Liebe Grüße, Eure Kristina

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