3-Monats-Koliken

Fiese Pupsattacken, gemeine Bauchkrämpfe und viele, viele qualvolle Tränen … ja, auch wir blieben nicht verschont. Ich hatte schon während der Schwangerschaft den Tipp bekommen, etwas gegen Blähungen für den Wutz zu besorgen. Allerdings erschien mir das etwas … naja, lustig. Ein Baby und Blähungen? Koliken? Konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen. Doch das Wort Kolik oder besser Anti-Kolik sollte seit der Geburt unseres kleinen Mannes für die nächsten drei Monate eine sehr große Rolle für uns spielen.

Dass ein Baby sich erst an die Umstellung der Nahrungsversorgung gewöhnen müssen, erschien mir logisch. Dass diese allerdings so qualvoll wird, hätte ich nicht gedacht. Ungefähr 30 % aller Babys sollen daran leiden und eher Jungs als Mädels. Unser kleiner Mann hatte auch das große Los gezogen.

Die Schreiattacken gingen bei uns bereits im Krankenhaus los. Eben noch friedlich Muttermilch getrunken, folgten ungefähr eine halbe Stunde später die Schmerzen. Anfangs konnte ich sie nicht ganz zuordnen und dachte mir, ein Baby schreit nun mal eben. Als sich jedoch immer wieder zwischendurch ein Pups meldete, hatte ich die berühmten Koliken unter Verdacht. Verzweifelt wendete ich mich also an die Kinderärztin, die sagte jedoch, dass es viele Medikamente und Theorien gibt, aber so eine „richtige“ Lösung gibt es nicht. Die ratlosen Eltern probieren zig Sachen aus und meinen, das Produkt, dass sie zum Ende des 3. Monats hin verwendet haben, sei die Lösung gewesen.

Das hieß also, 3 Monate leiden – ganz gleich ob am Tag oder in der Nacht. Es gibt allerdings nichts schlimmeres, als das eigene Kind weinen zu sehen und hilflos zu sein. Also statten wir uns aus: Carum Carvi Kümmelzäpfchen, Mama Aua! Bauchweh-Tropfen, Hipp-Fencheltee und Anti-Colic-Fläschen von MAM, die SAB Simplex-Tropfen verwendeten wir nur für schlimme Schrei-Attacken und da meist so, dass wir sie auf den Schnulli tropften.

 

Anti_Kolik

 

Oft war es so, dass der Zwerg während seiner schlimmen Anfälle wieder nach der Brust zu schnappen schien und ich ihn natürlich auch wieder trinken ließ. Allerdings ist das nicht so ratsam, denn so trifft unverdaute Milch auf halb verdaute Milch und das führt wiederum zu mehr Schmerzen. Ein Baby-Teufelskreis quasi, der übrigens auch die Stimmung zwischen mir und dem Paps oft geprägt hat. Dies ersten Wochen war also ganz schlimm, aber so mit der Zeit entwickelten wir eine kleines Ritual und es wurde laaaangsam etwas besser.

Zusätzlich, zu all den oben genannten Mitteln, hätte ich nämlich von einer Hebamme eine wirklich tolle Übung gezeigt bekommen, die, die Pupse nur so raus schießen ließ. Klingt wieder lustig, aber als Eltern von einem Kolik-Baby freut man sich tatsächlich über jeden Pups. Diese hat uns wirklich sehr geholfen und deshalb möchte ich sie auch sehr gerne mit euch teilen. Am besten ihr redet mit euren Mäusen währenddessen und beschreibt ihnen in Baby-Sprache was gerade passiert.

Also: Man hält die Füße des Babys mit beiden Händen und drückt mit dem Daumen auf die Sohlen, nicht allzu fest, allerdings soll schon ein Druck vorhanden sein. Wieso das? In der Fußsohle des Menschen sollen sich Stellen befinden, die für einige Körperteile und deren Schmerzlinderung verantwortlich sind, darunter auch der Darm. Dann winkelt man die Beine leicht an und beginnt sie im Uhrzeigersinn zu kreisen, ungefähr zehn Mal (und wir kreisen und wir kreisen). Weiterhin die Füße haltend, schüttelt man die Beine ein paar mal hin und her (uuuuuund jetzt rütteln wir die bösen Furzes raus). Zu guter letzt ein paar Mal pumpen (und schon sind sie draußen). Und das waren sie tatsächlich.

Zu unserem Ritual gehörte also abends ein halbes Zäpfchen, dann die Übungen und ein warmes Kirschkernkissen. Die Mama Aua!-Tropfen gaben wir ihm immer über den Tag verteilt und den Tee trank er meist zu Mittag, aus seiner geliebten Anti-Colic-Flasche.

Öft hörte ich „Wirst sehen, die Koliken gehen mit dem dritten Monat vorbei“, glauben konnte ich es nicht so ganz. Es wäre einfach zu schön um wahr zu sein gewesen. Aber es war wirklich so, wir sind endlich befreit. Zwar gibts ab und zu einen Pups hier und da, aber die bringen uns alle nur zum Lachen und sind absolut schmerzfrei.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Tipps mit geben und würde mich freuen, wenn ihr mit mir und anderen Mamis eure Erfahrungen zum Thema 3-Monats-Koliken teilt.

Ganz Liebe Grüße,
Eure Kristina

Ein Gedanke zu “3-Monats-Koliken

  1. Also unser kleiner Mann gehört da auch dazu 🙂 und wir haben schnell auch rausgefunden, dass „Pups-Massagen“ helfen und die SAB Tropfen sind bei uns einfach Standard 🙂 Mittlerweile ist er bald 3 Monate alt und es wird besser…in den nächsten 2 Wochen werde ich’s mal ohne Tropfen probieren und gucken, wie es ihm so geht. Ich kann dich total gut verstehen, anfangs haben wir auch überhaupt nicht verstanden, dass der Zwerg wegen den Blähungen so extreme Schreiattacken hatte. Es freut mich sehr zu lesen, dass der Spuk mit 3 Monaten dann ein Ende hat 😉 mal sehen, ob das bei uns auch der Fall ist. Ach und zum Fencheltee: ich hätte ihm den total gerne in einem Fläschchen gegeben, aber er trinkt den Tee überhaupt nicht. Wundert mich, denn ICH liebe Fencheltee und hab den auch in der Schwangerschaft wie eine Besessene getrunken, aber so gehen die Geschmäcker eben auseinander 🙂

    Liebe Grüße

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